Das Kreuz muss hängen bleiben!

Im oberbayerischen Miesbach nahm ein Richter ein Kruzifix ab, als ein afghanischer Asylbewerber vor Gericht stand. Er wollte dem 21-Jährigen Angeklagten verdeutlichen, dass in Deutschland Religion nicht über dem Gesetz steht. Das Pikante: Der Afghane soll einen Landsmann mit dem Tod gedroht hatte, weil jener Christ geworden war.

Ich habe kein Verständnis für das Verhalten des Richters. Ich halte es für falsch, das Kreuz abzuhängen. Urteile ergehen in Deutschland im Namen des Volkes. Das Volk beruft sich auf eine christlich-abendländische Tradition, und dazu gehört eben auch das Symbol des Kreuzes. Das Argument des Richters, er habe das Kruzifix aus pädagogischen Gründen abgenommen, lasse ich nicht gelten. Im Gerichtssaal geht es nicht mehr um Pädagogik. Es mag sein, dass die Integrationspolitik vorher zum Teil versagt hat. Aber zu glauben, man könne das im Rahmen eines Urteils – im doppelten Wortsinn – richten oder nachholen, halte ich für verkehrt. Diskussionen um Kreuze in Klassenzimmern führe ich auch auf „übertriebene politische Korrektheit“ zurück. Toleranz heißt doch auch, dass der andere mich genauso akzeptieren muss wie ich ihn. Das ist Toleranz, nicht das Aufgeben eigener Grundsätze. Wenn sich jemand falsch verhält, muss er akzeptieren, dass er auch unter dem Kreuz im Namen des Volkes verurteilt wird. Das Grundgesetz diskriminiert doch keine Religion, darf aber sehr wohl die christlich-abendländische Prägung erkennen lassen. Unsere Verfassung ist nicht unreligiös. Bereits im ersten Satz der Präambel ist die Rede vom Bewusstsein des Deutschen Volkes seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen. Das heißt, dass diese Gesellschaft von Dingen zehrt, die sie selbst nicht geschaffen hat. Unsere Gesellschaft, unsere Kultur, unser Staatswesen nähren sich natürlich nicht nur aus ihren traditionellen Wurzeln, sondern auch aus ihrer Ausrichtung auf ein bestimmtes Menschenbild. Das Kreuz im Gerichtssaal ist ein Sinnbild dafür und muss deshalb hängen bleiben!

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