Nach den antisemitischen Äußerungen und Drohungen auf der Berlinale am vergangenen Wochenende hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer am Donnerstag zu einer außerordentlichen Sitzung der zuständigen ‚Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH‘ geladen.

Die Sitzung war Auftakt für eine Debatte zur zukünftigen Ausrichtung des Festivals zwischen dem Kulturstaatsminister und der Leitung der Berlinale. Die Debatte darf sich nicht in einer Zuspitzung auf einzelne Personen erschöpfen. Im Kern muss es um einen generellen Kulturwandel in der Festivalleitung gehen – um die Verantwortung einer staatlich geförderten Institution mit internationaler Strahlkraft. Von einer solchen Bühne erwarten wir besondere Sensibilität im Umgang mit Symbolik und politischen Inszenierungen.

Denn klar ist: Die Berufung auf Kunstfreiheit oder ‚die Perspektive des globalen Südens‘ ist – gerade in der öffentlich geförderten Kunstszene – kein Freifahrtschein für Antisemitismus. Kulturstaatsminister Weimer hat sich gegen personelle Schnellschüsse und eine öffentliche parteipolitische Debatte entschieden. Es geht ihm stattdessen um die Frage, wie die Berlinale künftig strukturell aufgestellt sein muss, damit sich vergangene Fehler nicht wiederholen und Vertrauen zurückgewonnen werden kann. Diesen Kurs unterstütze ich.

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